ACM Programmierwettbewerb an der FAU

NWERC 2016 in Bath, UK

Freitag:

Nach zwei Jahren in Schweden fand dieses Jahr der NWERC erstmals in Großbritannien statt. Wir machten uns also am (sehr) frühen Freitagmorgen mit drei Teams und zwei Coaches auf den Weg nach Bath, Kurort und Universitätsstadt im Südwesten Englands. Nach einer problemlosen Reise über München, London und Reading erreichten wir am frühen Nachmittag unser unweit vom Ortszentrum gelegenes Hotel. Somit blieb ein bisschen Zeit zum Entspannen, bevor wir zur Registration am Uni-Campus losmussten, welcher ein Stück außerhalb der Stadt auf einem Hügel liegt. Die Warnungen auf der Contest-Website, dass der Weg lang und "very steep" sei, beschlossen wir zu ignorieren; eine Entscheidung die mit einem ca. halbstündigem Spaziergang durch das nasskalte englische Novemberwetter belohnt wurde. Bei der Registrierung erhielten dann erst mal alle Teilnehmer und Coaches ihre entsprechenden T-Shirts und Badges - bis auf Jonathan, dessen Badge irgendwie verschollen war. So ausgestattet kehrten wir nach Bath zurück, diesmal mit dem Bus, um nach einer Gelegenheit zum Abendessen zu suchen. Da es freitagabends war, waren die Pubs und Restaurants alle voll, wodurch es schwierig geworden wäre, mit elf Leuten einen Tisch zu finden. Wir trennten uns also auf, eine Gruppe ging ins libanesische Restaurant, während dem Rest der Sinn mehr nach Burger stand. Schließlich kehrten wir nach einem langen Tag ins Hotel zurück.

Samstag:

Am Samstag stand die Practice-Session an, also für alle Teams die Gelegenheit noch mal ein paar Aufgaben zu lösen und sich mit dem Contest-System vertraut zu machen, in guter FAU-Tradition aber auch die Gelegenheit die Grenzen eben jenes Contest-Systems auszuloten. Diesmal stellte sich heraus dass es möglich war Binärdateien zu drucken, was zur Folge hatte dass der Drucker dutzende von Seiten mit jeweils nur einer Zeile zufälliger Zeichen ausspuckte, was die Helfer am Drucker offenbar überforderte ("could you please stop printing?"). So bekam dann unser Team lost+FAUnd auch ein bisschen Anpfiff von einem Jury-Mitglied, kurze Zeit später kam dann aber trotzdem ein Runner mit einem dicken Stapel Papier vorbei ("so you can have this if you want to...").

Nach der Practice-Session stand der Tech-Talk des Hauptsponsors J.P.Morgan in einem der Hörsäle an, der geschickterweise mit dem Mittagessen (abgepackte Sandwiches) kombiniert wurde. Im Anschluss gab es die übliche Q+A-Runde, wo nochmal alle Fragen zum morgigen Contest geklärt wurden.

Dann ging es zurück in die Stadt, wo einige Studenten eine Stadtführung organisiert hatten. Dabei besichtigten wir vor allem die zahlreichen historischen Gebäude in Bath, unter anderem die römischen Bäder, die mittelalterliche Abteikirche und den Royal Crescent, eine im Halbkreis angeordnete Reihe von Häusern aus dem 18. Jahrhundert.

Nach kurzem Zwischenstopp im Hotel stand dann das "Competition Dinner" an, und hier hatten die Veranstalter ordentlich Geld in die Hand genommen. Es gab ein Menü aus drei Gängen, und diniert wurde in Ballsälen aus dem 18. Jahrhundert.

Zurück im Hotel angekommen, setzten wir uns noch ein bisschen in den Gemeinschaftsbereich des Hotels. Schumi hatte aus den USA eine Familienpackung Jelly-Beans mitgebracht, diese hatten wir aber gerade einmal angekratzt, bevor sich alle vor dem großen Tag ins Bett begaben.

Sonntag:

Endlich war es soweit, und der NWERC konnte beginnen. Aus FAU-Sicht ging der Contest erst mal mit einem richtigen Kracher los, denn lost+FAUnd lösten nach wenigen Minuten Problem H, die erste erfolgreiche Submission des gesamten Contests! Nach etwa 20 Minuten legten sie bei Problem E nach, kurz nachdem diese ebenfalls von FAUcat gelöst wurde. Das dritte Erlanger Team FAUnicorn erwischte keinen guten Start, und hatte zunächst Fehlsubmissions bei drei verschiedenen Aufgaben. Nach einer guten Stunde hatte sich die Blockade dann aber gelöst, und binnen zehn Minuten waren die Fehler gefunden und die Probleme E,F und H gelöst. Alle Erlanger Teams standen jetzt bei drei gelösten Problemen, waren damit aber schon ein Stück hinter den führenden Teams zurückgefallen, die bei sechs bzw. fünf Gelösten standen. Nun machte sich auch langsam bemerkbar, dass das Problemset in diesem Jahr schwerer ausgefallen war: in relativ kurzer Zeit lösten unsere Teams zwar noch ein viertes Problem, aber die folgenden Aufgaben waren dann schon komplizierter, mit Breitensuche in mehreren Richtungen, einer Max-Flow-Aufgabe und einem DP über Zeichenketten als nächsteinfachsten Problemen.

Am Ende belegte FAUcat (Stefan Kraus, Alexander Dietsch, Daniel Ziegler) mit vier gelösten Aufgaben den 59. Platz von 114 Teams;

FAUnicorns (Julian Brost, Miriam Polzer, Kevin Höllring) mit fünf gelösten Aufgaben den 45. Platz;

und lost+FAUnd (Simon Rainer, Jonathan Hacker, Jonathan Krebs) mit sechs gelösten Aufgaben den 20. Platz.

Insgesamt also ein ordentliches Ergebnis, vor allem in Anbetracht der Tatsache dass es für fünf unserer Teilnehmer der erste NWERC war. Trotzdem war nach dem Contest ein bisschen Enttäuschung zu spüren, weil man sich schon Medaillenchancen (also einen Platz unter den ersten 12) für zumindest eines der Erlanger Teams ausgerechnet hatte. Im Anschluss wurden noch Lösungen für die Aufgaben vorgestellt und die Medaillen für die besten Teams vergeben, dann war der offizielle Teil des NWERC 2016 auch schon vorbei.

Am letzten Abend unserer Reise gingen wir nochmal alle zusammen zum Essen, diesmal in ein indisches Restaurant. Anschließend ging es in ein Pub, wo wir uns mit Tobi trafen und noch ein bisschen über den NWERC fachsimpelten.

Montag:

Am Montag stand schließlich die Rückreise an, wieder gemeinsam mit Tobi. Diese hatten wir so geplant, dass wir ein paar Stunden Aufenthalt in London hatten, was uns gerade genug Gelegenheit zu einem Spaziergang vorbei am London Eye, Big Ben und dem Buckingham Palace gab. Dann mussten wir uns aber auch schon wieder auf den Weg zum Flughafen Gatwick machen, und wir ließen England hinter uns zurück, bis zum nächsten NWERC.

Ein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren:

Accenture Capgemini

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